Betreff: Wie ich mich fühle damit

Von: Emma <emma@life-minutes.de>
Betreff: Wie ich mich fühle damit
Datum: 04. November 2012 18:20:29 MESZ
An: Jenna <jenna@life-minutes.de>
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Liebe Jenna,

in den letzten Wochen haben wir uns nicht oft gesehen. Und wenn, dann waren wir nicht alleine, so dass wir hätten miteinander sprechen können. Wir beide gehen sehr vorsichtig miteinander um, seitdem ich Dich und Patrice auf der Straße „erwischt“ habe. Und wir haben uns seitdem voneinander entfernt – findest Du nicht?

Ich gebe zu, dass es mir immer noch schwer fällt, über meinen Schatten zu springen. Es ist schon seltsam: Zwei Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, haben zusammen gefunden. Meine beste Freundin und mein Bruder, ein Paar. Eigentlich sollte ich mich freuen, denn ich wünsche Euch beiden ja nur das Beste. Aber die Freude will nicht wirklich aufkommen, ich bin da ganz ehrlich. Ich fühle mich ein wenig so, als hättet Ihr mich einfach zur Seite gestellt, als würde ich nicht mehr dazu gehören. Mag sein, dass es nur mein Gefühl ist und dass Du das ganz anders empfindest als ich. Aber ich muss es Dir jetzt endlich mitteilen, wie es mir geht damit. Denn es belastet mich sehr.

Vor allem kann ich immer noch nicht verstehen, warum Ihr mir nichts gesagt habt. Ja, ich war schockiert, als ich Euch küssend auf der Straße angetroffen habe. Es hat mich verletzt, aber wundert Euch das? Wie hattet Ihr Euch das eigentlich gedacht, Du und Patrice, wann wolltet Ihr mir es sagen? Wenn Ihr Euch vorher unsicher gewesen seid, ob ich es verkraften würde, dass Ihr zusammen seid, so könnt Ihr Euch jetzt sicher sein: So wie es gelaufen ist, kann ich bestimmt keine Räder schlagen vor Freude über Euer Glück. Für mich ist es schon ein Vertrauensbruch. Was dazu beiträgt, dass ich mich gerade so distanziert verhalte. Kannst Du das verstehen?

Ich vermisse Dich als Freundin, Jenna. Wirklich. Aber gerade weiß ich nicht so richtig, wie ich mich Dir wieder nähern kann. Es ist ein Riss in unserer Freundschaft. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Du mit mir gesprochen hättest. Du und Patrice. Es hätte mich sicherlich auch erstmal nicht gerade in Hochstimmung versetzt, aber ich hätte mich nicht so hintergangen gefühlt. Vielleicht können wir die Tage einfach mal darüber sprechen.

Du weißt, dass ich gerade an einer neuen Reportage über Grenzgänger arbeite. Die Arbeit lenkt mich ab, ich habe viel zu tun. Aber ein Gespräch mit Dir ist mir wichtig. Und ich möchte mich gerne mit Dir alleine treffen. Ohne Josh oder Patrice. Damit wir beide ehrlich sein können. Bitte lass mich wissen, wann Du Zeit hast.

Wünscht sich von Dir: Emma