01:02

Tut doch nicht so, als würde Euch das überraschen. Wer tatsächlich daran glaubt, dass der Staat darauf verzichtet, unseren Spuren, die wir im Sekundentakt in der realen und virtuellen Welt hinterlassen, zu folgen, ist schlichtweg naiv. Der Mensch will Macht und Macht bedeutet, Kontrolle über andere Menschen auszuüben. Patrice mit seiner Liebe zu Sprüchen, Zitaten und allgemein gültigen Weisheiten würde jetzt sicherlich sagen „Wissen ist Macht“.

Der englische Philosoph Francis Bacon begründete vor mehr als 400 Jahren dieses berühmte Zitat. „For knowledge itself is power.“ ist also alles, nur nicht neu. Neuer ist nur, dass es mit dem world wide web noch einfacher ist, an dieses Wissen zu kommen, einfach weil wir hier selbst so vieles von uns preisgeben und uns völlig unbedarft durch den vernetzten Raum bewegen, gerade so, als ob wir ganz allein durch das Internet surften. Wir vergessen die vielen Augen, die uns dabei beobachten, nur allzu gerne.

Natürlich ist es richtig und wichtig, die Verwendung von „Machtwissen“, das von Geheimdiensten aller Länder „heimlich“ zusammentragen wird, um die Menschen dieser Welt von Kopf über Herz bis Geschlechtsteil auszuspionieren, in der Öffentlichkeit kritisch zu betrachten. Leider jedoch ist die Frage nach „was darf Regierung eigentlich“ in sich selbst schon sinnentleert, denn jede Regierung tut das, was sie schon immer getan hat: Sie ringt mit allen Mitteln um den Machterhalt und wird es auch immer wieder tun. Für den Machterhalt ist nichts gewinnbringender, als das Wissen über Wohl und vor allem Wehe der Bürger.

Was zu dem nächsten Zitat führt: „L’etat c’est moi“. Die Geschichtsbücher mögen sich nicht darüber einig sein, wer diesen berühmten Satz hinterlassen hat (angeblich stammt er von Louis XIV.). Der Inhalt dieser Aussage hat jedoch bis zum heutigen Tag Gültigkeit. Der „Staat“ ist ein Abstraktum, aber die, die den Staat lenken, geben ihm ein Gesicht. Und verleihen ihm den ihnen eigenen Charakter. Wenn die Regierenden im Staat aufgehen und umgekehrt, dann bedeutet das auch, dass die Regierenden sich im Recht fühlen, den Staat, den sie „nach ihrem Ebenbild geschaffen haben“ zu schützen (was hier allerdings nichts anderes als den Machterhalt meint, weshalb der Begriff “ überwachen wohl der Treffendere ist).

Und noch was: Medien dieser Welt, tut bitte nicht so, als wäret gerade Ihr empört darüber, wo es doch gerade zu Eurem Geschäft gehört, aus Geheimnissen Wissen zu machen, dass sich gegen eine gute Auflage hervorragend verkaufen lässt. Ihr mit Euren Enthüllungsgeschichten wisst doch selbst am allerbesten, wie unglaublich geil dieses Machtgefühl macht. Wissen macht Macht.

Oh, der Schlüssel. Das ist Patrice. Endlich. Hello, Baby, is it you?