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Mist, ich hätte das letzte Bier nicht trinken sollen. Jetzt dreht sich alles ein bisschen und ich will doch noch dem Produzenten antworten. Josh hat endlich seinen Ar*** hochgekriegt und mir den Kontakt vermittelt. Wurde ja auch Zeit. Jetzt will der Typ natürlich ein paar Hörproben haben, da muss ich ihn wohl vertrösten. Die Aufnahmen aus dem Proberaum klingen nicht so, dass is‘ mir eher peinlich. Obwohl, vielleicht findet der das ja interessant. Naja, wahrscheinlich eher nich‘.

Ach, wäre schon cool, wenn wir jetzt endlich mal eine Platte aufnehmen. Gerade höre ich „One Way Trigger“ von den Strokes, so was mal zu machen, das wäre das ganz große Ding für mich. Der Sound geht einfach in die Beine, mann will sofort mitzappeln. Aber ich weiß ja auch, dass es ne ganz große Glückssache ist. Talent zu haben ist eines, erfolgreich zu sein, ist ein anderes. Die Emma hat ja letztens in dem Interview von der Nachtigall erzählt, die durch eine künstliche Nachtigall ersetzt wurde. Die wurde dann richtig berühmt, weil alle Chinesen den Gesang des Aufziehvogels mitsingen konnten. Haha, Aufziehvogel. Von denen gibt es auch ganz viele im modernen Music Business. Vor allem die Nasen, die bei diesen Casting Shows mitmachen, um berühmt zu werden. Die lassen sich von der Musikindustrie zur Marionette machen, nur um ein Star zu werden. Haha, Star. Das ist nicht lache.

Ich mache so was jedenfalls nich‘. Klar, ich will mit der Musik schon was reißen, am liebsten natürlich auch bekannter werden und Geld damit verdienen. Aber echt nich‘ um jeden Preis. Mit so nem Bohlen oder Raab will ich gar nich‘ sprechen, die haben ja Dollarzeichen anstatt Pupillen in den Augen und verschleißen Musiker im Fließbandtakt. Nix für mich und die Band.

Oh, SMS. Na, vielleicht schreib ich das doch besser morgen. Dann mal los zur Party bei X.