Noeliniz kutlu olsun

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich an Heiligabend nicht traurig bin. Weil doch überall gefeiert wird, nur bei „uns“ nicht. Dann werde ich mitleidig angeschaut, als würde ich an einer schweren Krankheit leiden. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass die  Leute in christlichen geprägten Kulturen glauben, die „anderen“ (also Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten, Heiden und so weiter und so fort) hätten überhaupt keinen Spaß im Leben, weil ohne Weihnachten und Ostern, ohne Alkohol oder mit Kopftuch, ohne Jesus oder mit Vielgötterei. Dabei kann ich wirklich nicht sagen, dass christliche Kirchen für Spaß oder „irdische Freuden“ stehen. Im Gegenteil.

Aber um auf Weihnachten zurück zu kommen: Den Spaß am Fest machen sowieso die heidnischen Einflüsse aus. Und die haben wir „Immigranten“ ja teilweise auch übernommen. Zumindest meine Eltern. Wir feiern jedes Jahr Weihnachten. Wir haben zwar keine Krippe im Wohnzimmer aufgebaut und mein Vater liest auch nicht die Geschichte der Geburt Jesu aus der Bibel vor. Aber wir haben einen geschmückten Baum und beschenken uns gegenseitig reichlich und es gibt ein festliches Essen. Und selbst wenn Weihnachten bei uns nicht gefeiert werden würde, wie bei der Familie meiner Tante; es wäre es kein Weltuntergang*. Letztendlich geht es eher darum, dass die Familie zusammen kommt und einen schönen Abend miteinander hat. Ob das nun am 24. Dezember ist oder an einem anderen Tag im Jahr – das finde ich relativ egal.

Fast so, als wäre der Weihnachtsmann hüllenlos

Vielleicht erleben wir dieses Jahr Weihnachten auch gar nicht mehr. Am 21. Dezember soll die Welt (mal wieder) untergehen.