Emma antwortet

Wie geht es Dir heute, Emma?

Eigentlich ganz gut. Meine inneren Wogen haben sich geglättet. Ich denke viel nach in diesen Tagen, aber ich bin viel ruhiger jetzt, klarer. Das tut gut.

Das freut mich sehr zu hören. Lass uns am besten gleich loslegen. Ich frage und Du antwortest ganz schnell und ohne zu zögern mit dem, was Dir zuerst einfällt.

{ nickt }.

Zieh jetzt bitte eine Karte aus dem Stapel. Dann nennst Du mir eine Stadt, ein Land, einen Fluss, einen Namen, ein Tier und einen Beruf mit dem Buchstaben, der auf der Karte steht. Dafür hast Du 20 Sekunden Zeit.

{ Emma zieht eine Karte, dreht sie um und … }.

D. D. D. Ok, Stadt mit D. Dresden. Land – Deutschland. Fluss? Donau. Name? Dante. Hm, naja. Lieber Dorothee. Tier: Domspatz. { lacht }. Quatsch, Delphin. Und ein Beruf? Das ist ganz leicht: Dolmetscher.

Sehr gut. Jetzt bist Du bereit für die nächsten Fragen.

Ja. Bin gespannt.

Dein Lieblingsfragewort?

Wie. Es ist ein schönes, kurzes Fragewort und lässt sich vielfältig einsetzen. Man erfährt mit diesem Fragewort viel über sein Gegenüber, ohne den Gesprächspartner allzu sehr zu bedrängen wie es zum Beispiel mit dem bohrenden „Warum“, dem zickigen „Wieso“ oder dem umständlichen „Weshalb“ der Fall ist. Wie lässt sich wunderbar mit verschiedenen Worten zu tiefergehenden Fragen kombinieren und zeigt sich dabei recht einfühlsam. Die Frage „Wie geht es Dir?“ zeigt ziemlich viel von der empathischen Seite dieses Frageworts.

Dein Lieblingsvogel?

Die Nachtigall. Dieser Vogel hat es mir deshalb so angetan, weil das Märchen „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen zu meinen Lieblingsmärchen gehört. Kurz erzählt geht es in dieser Geschichte um einen chinesischen Kaiser, der sich in den Gesang einer Nachtigall verliebt. Er erfreut sich solange an dem Vogel bis ihm der Kaiser von Japan eine künstliche Nachtigall schenkt. Damit hat der echte Vogel ausgedient und wird des Hofes verwiesen, während sich alle an dem mechanischen Tier erfreuen: „… der Kaiser, der Hof und alle die übrigen Chinesen konnten jeden kleinen Kluck in des Kunstvogels Gesang auswendig, aber gerade deshalb gefiel er ihnen jetzt am allerbesten; sie konnten selbst mitsingen, und das taten sie.“ Doch eines Tages geht die künstliche Nachtigall kaputt und der Kaiser wird schwer krank. Alle erwarten seinen Tod und als dieser schließlich an seinem Bett sitzt, um ihn zu holen, kommt die lebendige Nachtigall angeflogen und singt so schön, dass der Tod sich verflüchtigt. Der alte Kaiser ist gerettet. Und die Geschichte endet nicht ohne ein Augenzwinkern, denn die Nachtigall bittet den Kaiser: „… erzähle niemand, daß du einen kleinen Vogel hast, der dir alles sagt, dann wird es dir noch besser gehen!“

Deine Lieblingsband?

Ich höre nicht so viel Pop-Musik. Ich weiß, dass mag seltsam klingen und Josh lacht mich ein bisschen aus, dass ich mit seinen geliebten Beatles nicht wirklich viel anfangen kann. Ich höre sehr viel klassische Musik, ich bin vor allem durch meine Eltern „klassisch sozialisiert“ worden . { lacht }. Ich bin nicht oft auf irgendwelchen Pop-Konzerten oder so. Lisa hat mich ein paar Mal mitgenommen, zuletzt zu Sebastian Block und Band. Das hat mir ganz gut gefallen, auch wenn ich sonst nicht viel Pop-Musik zu Hause höre.

Was gefällt Dir an Dir besonders?

Meine grünen Augen { lacht }.

Wo hättest Du gerne Deinen Zweitwohnsitz?

In Lissabon. Das wäre meine Wunschwohnstadt.

Stadt, Land, Fluss – Der Tipp: Sebastian Block und Band im Kaffee Burger (Berlin) am 22. Mai

Stadt, Land, Fluss – Die Nachtigall von Hans Christian Andersen